Es ist wie ein déjà-vu (ja ich musste erst einmal googlen wie man das schreibt). Es ist immer dasselbe. Mir geht es schlecht. Ich weine. Ich schneide mich. Ich esse zu viel. Ich finde mich fett. Ich finde mich hässlich. Ich hasse mich.
Immer wieder dasselbe. Wie früher. Vor der Therapie. Ich habe das Gefühl, ich habe fast 2 Jahre meines Lebens damit verschwendet, in Therapie zu gehen, dafür, dass es doch nichts gebracht hat. Es hat sich nichts geändert. Ich bin verblüfft darüber, wie schnell ich zu meinen alten Mustern zurückgekehrt bin. Ich habe mich in den 2 1/2 Monaten, in denen ich keine Therapie mehr mache, so viel geschnitten, wie in den letzten 2 Therapiejahren zusammen. Wenn nicht noch mehr. Ich hab mir so viele Gedanken ums essen, um mein Leben, um Suizid gemacht, wie kaum zuvor.
Und zu allem Überfluss ist das Pony zum 4ten Mal in diesem Jahr mehr als krank. Wir hatten zweimal hintereinander Koliken, die in der Klinik endeten, dann noch einmal eine Kolik, die wir zuhause behandeln konnten und jetzt hatten wir gestern erst einmal Fieber und heute kam die Kolik dazu. Na super -.- Macht meine Gefühlslage und meine Stimmung nicht besser, zumal ich jetzt einfach nicht mehr kann. Ich habe weder gestern noch heute ausgeschlafen, ich schlafe allgemein kaum. Bin so müde, bin so fertig.
Ich kann einfach nicht mehr. Es ist einfach alles zu viel.
14. Dezember 2014
16. November 2014
Kennst du das?
Du liegst abends im Bett und denkst über dein Leben nach? Und kommst zu dem Schluss, dass alles keinen Sinn hat? Ja? Das mache ich gerade durch. Ganz ehrlich, was bringt mir mein Leben noch? Abi machen, Stress aushalten. Dann ein eigenes Pferd kaufen. Das wird wohl der einzig positive Aspekt in meinem Leben sein. Ein halbes Jahr lang zum Nebenjob quälen, um mein Baby zu finanzieren. Mindestens 2-3x die Woche für mindestens 4-5 Stunden. Dann zum Pony, reiten. Auf Turnier fahren. Mich für einen späteren Beruf entscheiden. Dann Ausbildung oder studieren, nebenbei irgendwie das Pferd finanzieren. Dann einen Job finden, arbeiten gehen. Reiten. Einen Freund finden. Oder auch nicht. Eher nicht. Mein Leben lang arbeiten. Bis ich irgendwann in Rente gehe und einsam und alleine sterbe. Super Aussichten.
Dann kann ich auch gleich das alles lassen. Einfach nach dem halben Jahr mit meinem Pferd ein Ende zu setzen. Danach aufzuhören, nicht weiter zu machen. Oder vielleicht sogar jetzt schon. Weil ganz im ernst, kann mir ein Pferd das geben, um meine Gedanken, meine Stimmung, meine Gefühle besser zu machen? Also Puppe kann das nicht. Vielleicht liegt es daran, dass es nicht mein eigenes Pferd ist, sondern nur meine Reitbeteiligung. Ich weiß es nicht.
Aber ehrlich gesagt fehlt mir ein wenig der Mut, die Lust, die Stimmung, das Lebensgefühl, um auszuprobieren, wie es ist, mit einem eigenen Pferd. Das halbe Jahr, bis zu meinem Abi erscheint mir so unendlich lange. Und es geht nicht voran. Jeder Tag zieht sich in die Länge. Kein Tag macht mich glücklich. Einfach nichts macht mich glücklich. Und ich habe nicht die Hoffnung, dass es besser wird.
13. November 2014
Tag Top, Abend Flopp
Es ist 7:00 Uhr. Wecker klingelt. Aufstehen. Keine Lust. Schlechte Laune. Ab ins Bad. Fertig machen. Schlechte Laune. Runter gehen, Frühstücken, Musik hören. Laune wird besser.
8:20 Uhr aus dem Haus gehen und zur Schule fahren. Laune hat sich stabilisiert. Bereit mit Menschen zu kommunizieren ohne sich am liebsten umbringen zu wollen.
Dann beginnt die Schule. Es geht mir eigentlich nicht schlecht. Ich verstehe mich gut mit meinem Sitznachbarn, obwohl er mich manchmal mit seinem Gerede in den Wahnsinn treibt, wobei, er treibt mich jede Stunde in den Wahnsinn, weil er nie zuhört und mich dann zutextet. Ich verstehe mich gut mit M. und G., die hinter mir sitzen.
Ich rede andauernd mit den beiden. Mit M. hab ich heute einen scheiß in der Pause gemacht. Er hat versucht mich nass zu machen, ich hab mich gewehrt. Wir haben gelacht und hatten einfach Spaß, wie gute Freunde. Mit G. hab ich den ganzen Englischunterricht lang geredet, unser Lehrer ist bisschen komisch und war andauernd nicht da. Wir haben zusammen für die klausur gelernt, uns gegenseitig bei den Texten geholfen und uns einfach gut verstanden. Neulich hat sie mich nach Hause gefahren.
Und ich wurde letzten Freitag zum Essen bei beidem eingeladen. Leider konnte ich wirklich nicht :( Aber der Tag in der Schule ist nicht schlecht. Ich komme mit den Leuten klar. Mit dem einen mehr, mit dem anderen weniger. Aber ist das nicht immer so?
Und dann komme ich nach Hause. Mache Hausaufgaben, lerne, mache es mir gemütlich. Und je später es wird, desto schlechter wird meine Stimmung wieder. Ich fühle mich einsam. Gehasst. Ungewollt. Ich kann nichts und ich bin nichts wert. Obwohl ich tagsüber nie solche Gefühle Hab, überkommen sie mich abends und ich kann nichts dagegen tun. Auch wenn ich eigentlich weiß, dass es so nicht stimmt, ist das egal. Es zählt nur der Gedanke in dem einen Moment. Und so kommt ein neuer Schnitt dazu. Vielleicht auch mehrere.
Und es ist mir egal, wenn jemand sie sieht. Es ist ja eh jedem egal. Ergeht niemanden was an. Meine Therapeutin hat selbst gesagt, dass ist mein Körper und mit meinem Körper kann ich machen, was ich will. Mir kann niemand verbieten, mich zu schneiden und das ist meine freie Entscheidung. Ich kann machen, was ich will.
Also mach ich es auch. Vielleicht verletze ich Menschen damit, aber wieso kümmert es sie überhaupt? Ist es nicht ähnlich, wenn man an seiner Lippe kaut, dass sie blutet, dass man seine Nägel abkaut oder an seiner Nagelhautentferner pult? Es ist doch alles im gründe genommen dasselbe. Nur das das schneiden etwas "größereres" ist, etwas auffälligereres.
8:20 Uhr aus dem Haus gehen und zur Schule fahren. Laune hat sich stabilisiert. Bereit mit Menschen zu kommunizieren ohne sich am liebsten umbringen zu wollen.
Dann beginnt die Schule. Es geht mir eigentlich nicht schlecht. Ich verstehe mich gut mit meinem Sitznachbarn, obwohl er mich manchmal mit seinem Gerede in den Wahnsinn treibt, wobei, er treibt mich jede Stunde in den Wahnsinn, weil er nie zuhört und mich dann zutextet. Ich verstehe mich gut mit M. und G., die hinter mir sitzen.
Ich rede andauernd mit den beiden. Mit M. hab ich heute einen scheiß in der Pause gemacht. Er hat versucht mich nass zu machen, ich hab mich gewehrt. Wir haben gelacht und hatten einfach Spaß, wie gute Freunde. Mit G. hab ich den ganzen Englischunterricht lang geredet, unser Lehrer ist bisschen komisch und war andauernd nicht da. Wir haben zusammen für die klausur gelernt, uns gegenseitig bei den Texten geholfen und uns einfach gut verstanden. Neulich hat sie mich nach Hause gefahren.
Und ich wurde letzten Freitag zum Essen bei beidem eingeladen. Leider konnte ich wirklich nicht :( Aber der Tag in der Schule ist nicht schlecht. Ich komme mit den Leuten klar. Mit dem einen mehr, mit dem anderen weniger. Aber ist das nicht immer so?
Und dann komme ich nach Hause. Mache Hausaufgaben, lerne, mache es mir gemütlich. Und je später es wird, desto schlechter wird meine Stimmung wieder. Ich fühle mich einsam. Gehasst. Ungewollt. Ich kann nichts und ich bin nichts wert. Obwohl ich tagsüber nie solche Gefühle Hab, überkommen sie mich abends und ich kann nichts dagegen tun. Auch wenn ich eigentlich weiß, dass es so nicht stimmt, ist das egal. Es zählt nur der Gedanke in dem einen Moment. Und so kommt ein neuer Schnitt dazu. Vielleicht auch mehrere.
Und es ist mir egal, wenn jemand sie sieht. Es ist ja eh jedem egal. Ergeht niemanden was an. Meine Therapeutin hat selbst gesagt, dass ist mein Körper und mit meinem Körper kann ich machen, was ich will. Mir kann niemand verbieten, mich zu schneiden und das ist meine freie Entscheidung. Ich kann machen, was ich will.
Also mach ich es auch. Vielleicht verletze ich Menschen damit, aber wieso kümmert es sie überhaupt? Ist es nicht ähnlich, wenn man an seiner Lippe kaut, dass sie blutet, dass man seine Nägel abkaut oder an seiner Nagelhautentferner pult? Es ist doch alles im gründe genommen dasselbe. Nur das das schneiden etwas "größereres" ist, etwas auffälligereres.
9. November 2014
Falsche Richtungen
Irgendwie geht momentan alles in falsche Richtungen. Mein Gewicht zum Beispiel. Ich hab das Gefühl ich werde jeden Tag fetter. Als könne ich mir dabei zusehen. Jeden morgen ist mein Bauch dicker, obwohl er leer ist. Ich traue mich schon gar nicht mehr auf die Waage.
Dann das schneiden. Ich weiß nicht, wann ich mich das letzte mal geschnitten habe. Es ist so lange her. Und heute, naja, seid heute weiß ich nicht, wie ich solange ohne ausgehalten habe. Es ist so befreiend, als verpufft deine ganze Wut, Angst, der Selbsthass, die Zweifel. Einfach, alles negative. Einen Moment fühlst du dich lebendig. Aber nur den einen.
Es ist dieser Kloß, der sich im Hals breit macht, der einem die Tränen in die Augen treibt. Und es sind diese kleinen, diese unwichtigen Gründe, die einen dazu bringen, sich selbst zu hassen, sich zerstören zu wollen. Die einen darüber nachdenken lassen, alles hinter sich zu lassen.
Alle denken es geht mir gut, aber das tut es nicht. Es ist schlimmer als früher. Alles kommt zurück. Und mit einer Geschwindigkeit, die beängstigend ist.
Das schlimmste ist das Gefühl der Einsamkeit. Es fühlt sich an, als sei man der einzige Mensch auf Erden. Es ist, als interessiere sich niemand für einen. Niemand fragt, wie es einem geht, was man fühlt, wie man zurecht kommt. Aber selbst wenn, es bringt sowieso nichts. Man setzt das Lächeln auf, macht einen auf happy und dann interessiert es auch wieder keinen.
Aber wieso, wieso genau kommt alles jetzt gerade zurück? So kurz vor dem Abi? Kann es nicht danach kommen? Warum?! So schaffe ich mein Abi doch nicht! So schaffe ich nichts. Nacht einmal den nächsten Tag. Und dennoch muss ich irgendwie durchhalten. Aber es fällt so schwer. Und jeden Tag nimmt die Last auf meinen Schultern zu. Bis sie irgendwann nicht mehr tragbar ist.
Dann das schneiden. Ich weiß nicht, wann ich mich das letzte mal geschnitten habe. Es ist so lange her. Und heute, naja, seid heute weiß ich nicht, wie ich solange ohne ausgehalten habe. Es ist so befreiend, als verpufft deine ganze Wut, Angst, der Selbsthass, die Zweifel. Einfach, alles negative. Einen Moment fühlst du dich lebendig. Aber nur den einen.
Es ist dieser Kloß, der sich im Hals breit macht, der einem die Tränen in die Augen treibt. Und es sind diese kleinen, diese unwichtigen Gründe, die einen dazu bringen, sich selbst zu hassen, sich zerstören zu wollen. Die einen darüber nachdenken lassen, alles hinter sich zu lassen.
Alle denken es geht mir gut, aber das tut es nicht. Es ist schlimmer als früher. Alles kommt zurück. Und mit einer Geschwindigkeit, die beängstigend ist.
Das schlimmste ist das Gefühl der Einsamkeit. Es fühlt sich an, als sei man der einzige Mensch auf Erden. Es ist, als interessiere sich niemand für einen. Niemand fragt, wie es einem geht, was man fühlt, wie man zurecht kommt. Aber selbst wenn, es bringt sowieso nichts. Man setzt das Lächeln auf, macht einen auf happy und dann interessiert es auch wieder keinen.
Aber wieso, wieso genau kommt alles jetzt gerade zurück? So kurz vor dem Abi? Kann es nicht danach kommen? Warum?! So schaffe ich mein Abi doch nicht! So schaffe ich nichts. Nacht einmal den nächsten Tag. Und dennoch muss ich irgendwie durchhalten. Aber es fällt so schwer. Und jeden Tag nimmt die Last auf meinen Schultern zu. Bis sie irgendwann nicht mehr tragbar ist.
5. November 2014
61,8Kg.
Autsch. Wie ein Schlag ins Gesicht kam mir heute die Zahl auf der Waage vor. Wie zum Teufel kann ich so viel zugenommen haben? Ok, dumme Frage, ich hab einfach zu viel gefressen. Ich hätte heulen können. Mich stresst alles im Moment so sehr. Schule, Abi, Pferd, Familie. Alles. Und dann nebenbei noch das ganze Gewichtsthema. Es kehrt überhaupt keine Ruhe mehr ein. Ich schlafe zwar durch und auch lange, aber bin trotzdem immer müde, könnte im Unterricht einfach einschlafen. Will jeden Tag nach der zweiten Stunde nach Hause. Hab viel zu viele Fehlstunden. Hab ärger von meiner Klassenlehrerin bekommen. Miststück. Die weiß ganz genau, dass ich psychisch nicht gesund bin, die soll einfach mal ihre Klappe halten -.- Aber natürlich, alle denken, es geht mir gut. Weil sie keine Schnitte sehen. Weil ich keine Therapie mehr mache. Weil meine Therapeutin mir in unserer letzten Stunde gesagt hat, wie gut ich mich doch entwickelt hätte. Das ich mit einer schweren Depression ankam und jetzt, wenn überhaupt, eine ganze leichte nur noch hätte. Witzig, ich nehm ja auch Tabletten! Und das hat sie meiner Mama auch gesagt. Wie gut es mir doch geht. Kein wunder, dass alle mich so erdrücken, so viel von mir erwarten. Denken, mir gehts gut und ich sei gesund.
Aber da haben sie sich geirrt. Aber reden kann ich auch nicht. Das ist eh nur eine Belastung für all die, die genug mit ihrem eigenen Leben zu tun haben. Also halte ich schön meine Klappe..
Aber da haben sie sich geirrt. Aber reden kann ich auch nicht. Das ist eh nur eine Belastung für all die, die genug mit ihrem eigenen Leben zu tun haben. Also halte ich schön meine Klappe..
2. November 2014
Ab wann macht das Leben nicht mehr glücklich?
Ab wann merkt man, dass was nicht mehr stimmt? Das man nicht glücklich ist? Das einem das Leben so sinnlos erscheint?
Genau dann, wenn man nachts sich in den Schlaf weint, aus keinem genauen Grund, wenn man sich alleine fühlt, obwohl eine Whatsappnachricht entfernt die Freunde sind, die einem zuhören könnten, wenn man auf glücklich macht, um die perfekte Fassade nicht bröckeln zu lassen, wenn der einzige Freund, dem man alles erzählen kann, in einem Reitstall wohnt und kein Mensch ist.
Und genau diesen besten Freund werde ich verlassen. Ich werde meine geliebte Reitbeteiligung aufgeben, Zuckerpuppe. Das Pony, was ich um ein Haar gekauft hatte, werde ich bald nicht mehr reiten, kuscheln, sehen. Und das nur, weil ich nicht mit ihrer Besitzerin klar komme. Weil ich diese ständigen Diskussionen, Streitereien, Planänderungen nicht mehr aushalte. Ich kann das ein Fach nicht mehr. Ich hab das Pony einfach zu gerne, dass ich mit ansehen kann, was die Besitzerin mit ihr macht. Ich könnte jede Entscheidung ihrerseits widersprechen, es anders, es besser machen. Aber sie weiß alles besser und lässt es raushängen.
Und aus diesem Grund habe ich mich dazu entschlossen, sie nicht mehr zu reiten. Ich weiß noch nicht genau wann, aber die Woche werde ich mit M. reden und die Kündigung schreiben. Zu Ende Dezember oder so. Dass ich ab Januar sie dann nicht mehr reite. Ich hab eine alternative. Einzelunterricht auf sehr guten Schulpferden, in einem sehr guten Stall mit sehr gutem Unterricht. Bis nach meinem Abi. Dann kommt das eigene Pferd!
Und trotzdessen das alle meine Entscheidung unterstützen und gut finden, fühlt es sich so falsch an. Es fühlt sich an, als hintergehe ich mein liebstes Pony. Sie hat mir so viel gegeben, mir das Leben gerettet, mir so viel beigebracht. Und als Dank dafür suche ich mir was besseres? Undankbares Miststück.
Gerade ist alles so schwer. Leben ist schwer, lachen ist schwer. Einfach alles. Morgen ist wieder Schule. Eine Woche hab ich mich erfolgreich gedrückt. Jetzt muss ich wieder hin. Mir bleibt nichts anderes übrig. Dabei will ich da nicht hin. Nie wieder. Ich hasse Gesellschaft. Reden. Geräusche. Atmen. Einfach Menschen. Und mich am allermeisten.
Es tut mir leid, dass ich euch momentan so vollheulen und überhaupt keine Kommentare beantworte.. Ich kann einfach nicht. Was soll ich schreiben? Was soll ich sagen? Ich hab das Gefühl, alles was ich sage oder schreibe oder mache ist falsch. Ich bin falsch,
Genau dann, wenn man nachts sich in den Schlaf weint, aus keinem genauen Grund, wenn man sich alleine fühlt, obwohl eine Whatsappnachricht entfernt die Freunde sind, die einem zuhören könnten, wenn man auf glücklich macht, um die perfekte Fassade nicht bröckeln zu lassen, wenn der einzige Freund, dem man alles erzählen kann, in einem Reitstall wohnt und kein Mensch ist.
Und genau diesen besten Freund werde ich verlassen. Ich werde meine geliebte Reitbeteiligung aufgeben, Zuckerpuppe. Das Pony, was ich um ein Haar gekauft hatte, werde ich bald nicht mehr reiten, kuscheln, sehen. Und das nur, weil ich nicht mit ihrer Besitzerin klar komme. Weil ich diese ständigen Diskussionen, Streitereien, Planänderungen nicht mehr aushalte. Ich kann das ein Fach nicht mehr. Ich hab das Pony einfach zu gerne, dass ich mit ansehen kann, was die Besitzerin mit ihr macht. Ich könnte jede Entscheidung ihrerseits widersprechen, es anders, es besser machen. Aber sie weiß alles besser und lässt es raushängen.
Und aus diesem Grund habe ich mich dazu entschlossen, sie nicht mehr zu reiten. Ich weiß noch nicht genau wann, aber die Woche werde ich mit M. reden und die Kündigung schreiben. Zu Ende Dezember oder so. Dass ich ab Januar sie dann nicht mehr reite. Ich hab eine alternative. Einzelunterricht auf sehr guten Schulpferden, in einem sehr guten Stall mit sehr gutem Unterricht. Bis nach meinem Abi. Dann kommt das eigene Pferd!
Und trotzdessen das alle meine Entscheidung unterstützen und gut finden, fühlt es sich so falsch an. Es fühlt sich an, als hintergehe ich mein liebstes Pony. Sie hat mir so viel gegeben, mir das Leben gerettet, mir so viel beigebracht. Und als Dank dafür suche ich mir was besseres? Undankbares Miststück.
Gerade ist alles so schwer. Leben ist schwer, lachen ist schwer. Einfach alles. Morgen ist wieder Schule. Eine Woche hab ich mich erfolgreich gedrückt. Jetzt muss ich wieder hin. Mir bleibt nichts anderes übrig. Dabei will ich da nicht hin. Nie wieder. Ich hasse Gesellschaft. Reden. Geräusche. Atmen. Einfach Menschen. Und mich am allermeisten.
Es tut mir leid, dass ich euch momentan so vollheulen und überhaupt keine Kommentare beantworte.. Ich kann einfach nicht. Was soll ich schreiben? Was soll ich sagen? Ich hab das Gefühl, alles was ich sage oder schreibe oder mache ist falsch. Ich bin falsch,
30. Oktober 2014
Es ist wie früher. Ich stehe an der Bushaltestelle. An der S-Bahn. Gehe an Schaufenstern vorbei. Überall schaut mit ein Mädchen entgegen, was sich in den Schaufenstern mustert. Sie findet sich dick, hässlich. Fühlt sich alleine gelassen. Es gibt keinen Ort, wo sie sich noch wohl fühlt. Weder zuhause, noch bei Freunden. Nicht einmal mehr im Stall.
Es gibt keinen Ort mehr, an dem ich alles loswerden kann. Ich mache alles falsch. Rede ich über das, was mir "Spaß" macht, wobei Spaß auch ein relativer Begriff ist, werde ich als Luxuszicke beschimpft, sage ich mal meine Meinung ist es auch wieder falsch. Alles was ich mache ist falsch. Ich bin falsch. Nicht gut genug. Nicht stark genug. Aber die Menschen denken wohl, ich müsse das schon aushalten. Sie sehen nicht, wie sie mich im Inneren zerreißen, wie ihre Reaktionen, Aussagen, Meinungen mich kränken.
Sei es meine Mama, die zum 100. Mal irgendwas von mir will. Hier muss ich die Küche aufräumen, da muss ich die Wäsche waschen. Dann muss ich mit dem Hund gehen, bügeln, den Keller aufräumen, Handwerker reinlassen. Und selbstverständlich nebenbei noch mindestens 3x die Woche arbeiten, 3x die Woche das Pferd und dann wird natürlich erwarten, dass ich ein 1,xx Abi schreibe.
Ja, also. Ich bin schon die gesamte Woche "krank". Also anfangs war ich wirklich krank, gegen Ende konnte ich mich aber einfach nicht aufraffen. Ich kann einfach nicht mehr.
Ich habe den gesamten Urlaub mit Schulkram verbracht und wenn es nicht darum ging, dann durfte ich mich entweder mit M. (Besitzerin meiner RB) streiten oder ich musste mir von ihr irgendwelche Sachen anhören. Freitag hatte das Pony dicke Lymphknoten, seitlich am Kopf, Samstag hatte sie Fieber. Am Sonntag war das Fieber weg und M. ist direkt wieder geritten. Mittwoch war das Pony lahm, Donnerstag ist M. trotzdem gesprungen. Und ich kann da nur tatenlos zusehen, zumal jede Kleinigkeit zu Diskussionen führt, aber auch nur, wenn wir schreiben -.-
Es ist einfach so, dass ich niemanden zum Reden habe. Niemand nimmt mich in den Arm. Niemand hört mir zu, fragt einmal von sich aus, wie es mir geht. Manchmal wünschte ich mir einfach, endlich zu meinem Papi zu kommen.. Ihr wisst ja, wo der jetzt ist.
Aber so wie es sowieso aussieht, wird das in den nächsten 60 Jahren erst mal nix. Ich vermisse meinen Papa so. Ich konnte das so lange Zeit so gut verdrängen, von mir weg schieben, wieso auf einmal nicht mehr? Wieso bin ich so schwach? Dabei muss ich doch stark sein. Immerhin einer in dieser Familie. Ich muss die starke Persönlichkeit sein, die, die alles hinbekommt, schafft, macht. Solange es den anderen gut geht, sind meine Aufgaben erfüllt.
Und während ich all das hier schreibe, kommt mir alles so sinnlos vor. Wieso schreib ich das alles auf? Es stößt doch eh nur wieder auf Kritik. Überall wo ich bin, wird irgendwas bemängelt. Ich bin einfach nie gut genug. Und werde es auch nie sein.
Es gibt keinen Ort mehr, an dem ich alles loswerden kann. Ich mache alles falsch. Rede ich über das, was mir "Spaß" macht, wobei Spaß auch ein relativer Begriff ist, werde ich als Luxuszicke beschimpft, sage ich mal meine Meinung ist es auch wieder falsch. Alles was ich mache ist falsch. Ich bin falsch. Nicht gut genug. Nicht stark genug. Aber die Menschen denken wohl, ich müsse das schon aushalten. Sie sehen nicht, wie sie mich im Inneren zerreißen, wie ihre Reaktionen, Aussagen, Meinungen mich kränken.
Sei es meine Mama, die zum 100. Mal irgendwas von mir will. Hier muss ich die Küche aufräumen, da muss ich die Wäsche waschen. Dann muss ich mit dem Hund gehen, bügeln, den Keller aufräumen, Handwerker reinlassen. Und selbstverständlich nebenbei noch mindestens 3x die Woche arbeiten, 3x die Woche das Pferd und dann wird natürlich erwarten, dass ich ein 1,xx Abi schreibe.
Ja, also. Ich bin schon die gesamte Woche "krank". Also anfangs war ich wirklich krank, gegen Ende konnte ich mich aber einfach nicht aufraffen. Ich kann einfach nicht mehr.
Ich habe den gesamten Urlaub mit Schulkram verbracht und wenn es nicht darum ging, dann durfte ich mich entweder mit M. (Besitzerin meiner RB) streiten oder ich musste mir von ihr irgendwelche Sachen anhören. Freitag hatte das Pony dicke Lymphknoten, seitlich am Kopf, Samstag hatte sie Fieber. Am Sonntag war das Fieber weg und M. ist direkt wieder geritten. Mittwoch war das Pony lahm, Donnerstag ist M. trotzdem gesprungen. Und ich kann da nur tatenlos zusehen, zumal jede Kleinigkeit zu Diskussionen führt, aber auch nur, wenn wir schreiben -.-
Es ist einfach so, dass ich niemanden zum Reden habe. Niemand nimmt mich in den Arm. Niemand hört mir zu, fragt einmal von sich aus, wie es mir geht. Manchmal wünschte ich mir einfach, endlich zu meinem Papi zu kommen.. Ihr wisst ja, wo der jetzt ist.
Aber so wie es sowieso aussieht, wird das in den nächsten 60 Jahren erst mal nix. Ich vermisse meinen Papa so. Ich konnte das so lange Zeit so gut verdrängen, von mir weg schieben, wieso auf einmal nicht mehr? Wieso bin ich so schwach? Dabei muss ich doch stark sein. Immerhin einer in dieser Familie. Ich muss die starke Persönlichkeit sein, die, die alles hinbekommt, schafft, macht. Solange es den anderen gut geht, sind meine Aufgaben erfüllt.
Und während ich all das hier schreibe, kommt mir alles so sinnlos vor. Wieso schreib ich das alles auf? Es stößt doch eh nur wieder auf Kritik. Überall wo ich bin, wird irgendwas bemängelt. Ich bin einfach nie gut genug. Und werde es auch nie sein.
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