Irgendwie geht momentan alles in falsche Richtungen. Mein Gewicht zum Beispiel. Ich hab das Gefühl ich werde jeden Tag fetter. Als könne ich mir dabei zusehen. Jeden morgen ist mein Bauch dicker, obwohl er leer ist. Ich traue mich schon gar nicht mehr auf die Waage.
Dann das schneiden. Ich weiß nicht, wann ich mich das letzte mal geschnitten habe. Es ist so lange her. Und heute, naja, seid heute weiß ich nicht, wie ich solange ohne ausgehalten habe. Es ist so befreiend, als verpufft deine ganze Wut, Angst, der Selbsthass, die Zweifel. Einfach, alles negative. Einen Moment fühlst du dich lebendig. Aber nur den einen.
Es ist dieser Kloß, der sich im Hals breit macht, der einem die Tränen in die Augen treibt. Und es sind diese kleinen, diese unwichtigen Gründe, die einen dazu bringen, sich selbst zu hassen, sich zerstören zu wollen. Die einen darüber nachdenken lassen, alles hinter sich zu lassen.
Alle denken es geht mir gut, aber das tut es nicht. Es ist schlimmer als früher. Alles kommt zurück. Und mit einer Geschwindigkeit, die beängstigend ist.
Das schlimmste ist das Gefühl der Einsamkeit. Es fühlt sich an, als sei man der einzige Mensch auf Erden. Es ist, als interessiere sich niemand für einen. Niemand fragt, wie es einem geht, was man fühlt, wie man zurecht kommt. Aber selbst wenn, es bringt sowieso nichts. Man setzt das Lächeln auf, macht einen auf happy und dann interessiert es auch wieder keinen.
Aber wieso, wieso genau kommt alles jetzt gerade zurück? So kurz vor dem Abi? Kann es nicht danach kommen? Warum?! So schaffe ich mein Abi doch nicht! So schaffe ich nichts. Nacht einmal den nächsten Tag. Und dennoch muss ich irgendwie durchhalten. Aber es fällt so schwer. Und jeden Tag nimmt die Last auf meinen Schultern zu. Bis sie irgendwann nicht mehr tragbar ist.
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