16. November 2014

Kennst du das?

Du liegst abends im Bett und denkst über dein Leben nach? Und kommst zu dem Schluss, dass alles keinen Sinn hat? Ja? Das mache ich gerade durch. Ganz ehrlich, was bringt mir mein Leben noch? Abi machen, Stress aushalten. Dann ein eigenes Pferd kaufen. Das wird wohl der einzig positive Aspekt in meinem  Leben sein. Ein halbes Jahr lang zum Nebenjob quälen, um mein Baby zu finanzieren. Mindestens 2-3x die Woche für mindestens 4-5 Stunden. Dann zum Pony, reiten. Auf Turnier fahren. Mich für einen späteren Beruf entscheiden. Dann Ausbildung oder studieren, nebenbei irgendwie das Pferd finanzieren. Dann einen Job finden, arbeiten gehen. Reiten. Einen Freund finden. Oder auch nicht. Eher nicht. Mein Leben lang arbeiten. Bis ich irgendwann in Rente gehe und einsam und alleine sterbe. Super Aussichten. 

Dann kann ich auch gleich das alles lassen. Einfach nach dem halben Jahr mit meinem Pferd ein Ende zu setzen. Danach aufzuhören, nicht weiter zu machen. Oder vielleicht sogar jetzt schon. Weil ganz im ernst, kann mir ein Pferd das geben, um meine Gedanken, meine Stimmung, meine Gefühle besser zu machen? Also Puppe kann das nicht. Vielleicht liegt es daran, dass es nicht mein eigenes Pferd ist, sondern nur meine Reitbeteiligung. Ich weiß es nicht. 

Aber ehrlich gesagt fehlt mir ein wenig der Mut, die Lust, die Stimmung, das Lebensgefühl, um auszuprobieren, wie es ist, mit einem eigenen Pferd. Das halbe Jahr, bis zu meinem Abi erscheint mir so unendlich lange. Und es geht nicht voran. Jeder Tag zieht sich in die Länge. Kein Tag macht mich glücklich. Einfach nichts macht mich glücklich. Und ich habe nicht die Hoffnung, dass es besser wird. 

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